Salomon 4 Trails – mein Start in die Welt der Etappenläufe

Schon bei der Abholung der Startunterlagen in Seefeld merkte man sofort, man kennt sich unter den Etappenläufern. Überall großes „Hallo“ und es wird sich um den Hals gefallen, die Freude und Vorfreude sind deutlich spürbar.

Am Abend bei der Eröffnungsfeier auf der Rosshütte erhalten wir die finalen Informationen zu bevorstehenden 1. Etappe, die von Seefeld nach Leutasch führt und für alle ZDF-Menschen 25,40 km mit 1557 HM Aufstieg und 1590 HM im Abstieg zu bieten hat.

Abends im Hotel kann ich kaum einschlafen, viele Fragen wirbeln mir durch den Kopf. Wie wird mein Körper auf die 4 Tage in Folge reagieren? Hoffentlich kann ich morgen früh aufs Klo ? (kennt ihr alle ;o)) Hab ich alles eingepackt? Etc…

Etappe 1

Um 9 Uhr am nächsten Morgen fällt dann der Startschuss, mit Orthomol Sport innerlich sowie meinem Salomon Equipment äußerlich gut versorgt geht es mir gut und ich fühle mich bereit. Der erste Anstieg lässt nicht lange auf sich warten und es geht von der Rosshütte auf zum Seefelder Joch was mit 2.060 m der höchste Punkt der Strecke ist. Darauf folgt ein langer Downhill der technisch anspruchsvoll ist, aber auch für einen Downhill-Schisser wie mich  jede Menge Spaß bringt. Angefeuert durch meinen Sohn an der 2. VP erreiche ich schließlich nach einem weiteren Anstieg auf die Sattelklamm glücklich das Ziel in Leutasch. Der Nachmittag steht ganz im Zeichen der Regeneration und nach dem Termin  bei Outdoor-Physio und der anschließenden Pastaparty samt Leaderceremony geht es früh zurück ins Hotel.

Etappe 2

Ehe man sich versieht steht man wieder an der Startlinie- diesmal geht’s von Leutasch nach Wildermieming (22,9km, 1297 HM Anstieg, 1534 HM Abstieg). Die ersten 10 km bis zur Gaistalalm verfliegen und nach dem Aufstieg zur Niederen Munde mit 2.059 m  werden wir mit einem sagenhaften Ausblick über das Inntal belohnt. Ein langer Downhill über den Hintereggensteig folgt  und als das Schild 5km to go kurz nach der 2. VP erscheint, läuft es sich fast wie von allein bis ins Ziel nach Wildermieming. Nachmittags wird sich wieder im Hotel erholt , es folgt der Physiotermin und die Pastaparty. Aufgrund des angekündigten Wetters wird die Strecke der 3. Etappe geändert und man spürt deutlich, wie sehr hier von Seiten des Veranstalters auf Sicherheit bedacht wird und absolut kein Risiko eingegangen wird.

Etappe 3

ZACK – steht man, nach einer unruhigen Nacht (egal wie ich liege irgendwas tut mittlerweile immer weh ;o)) bei leichtem Nieselregen an der Startlinie, schaut sich um, sieht viele andere die nicht mehr ganz „rund“ laufen und fragt sich – wie soll ich die 22km von Wildermieming nach Nassereith mit diesen Betonpfeiler aka meinen Beine bewältigen. Hätte mir jemand  zu diesem Zeitpunkt gesagt, dass die 3. Etappe meine Lieblingsetappe werden würde, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Der Startschuss fällt, nach den ersten 2-3 km werden die Beine lockerer und ich laufe deutlich runder, schnell kommt die erste VP und danach folgt ein Anstieg den ich so bis dato noch nie erlebt habe. Teilweise sind keine Trails vorhanden, der Untergrund ist unbefestigt und gefühlt geht es stellenweise senkrecht den Berg hinauf. Verfehlen kann man den Weg jedoch nicht, denn er ist super markiert. Aufgereiht wie an einer Perlenkette kämpfen wir uns über Schneefelder den Berg hinauf und müssen unterwegs sogar unsere Pflichtausrüstung anziehen, da der Wind uns eiskalt um die Ohren pfeift. Oben angekommen ist es so kalt und es regnet immer noch, so dass der Ausblick nur kurz genossen wird und es an den Downhill geht. Der macht tierischen Spaß und ich kleine Schissbuxe bin über mich selbst erstaunt , wie locker und leicht mir dieser gelingt. (Sogar die Flüche verstummen ;o)). Viel zu schnell bin ich durchnässt aber überglücklich im Ziel in Nassereith. Nachmittags bzw abends gibt’s das gleiche Programm wie an den Tagen davor und abends im Hotel wird mir erstmals bewusst, dass morgen alles schon wieder vorbei ist und nur noch die letzte Etappe nach Imst ansteht (23,7 km 1333 HM Anstieg, 1377 HM Abstieg) bevorsteht.

Etappe 4

Die 4. Etappe führt teilweise über den Starkenberger Panoramaweg mit tollen Trails bis hinauf zum Sinnesgatter. Dann erfolgt der Endspurt, welcher vorbei an eindrucksvollen Wasserfällen und einer Walfahrtskirche bis hinunter nach Imst führt. In der Fußgängerzone kommt mir schon mein Sohn freudestrahlend entgegen und wir laufen zusammen Hand in Hand und überglücklich ins Ziel.

Am Abend folgt die große Finisherparty, wo jeder Finisher namentlich genannt wird und sich sein Finishershirt abholen kann (was ich auch gelernt habe -Finishershirts sind enorm wichtig – so kann jeder gleich zeigen wo der Hammer hängt ;o)  ). Am Ende tanzen alle auf der Bühne und es gibt ein großes Abschlussfoto. Mit dem Shuttle geht es später zurück ins Hotel, wo ich selig aber auch schmerzerfüllt (Hallo Muskelmietze) sofort einschlafe.

Viel zu schnell ist die schöne Zeit vergangen , ich habe viel gelernt – über mich, meinen Körper und über Etappenläufe. Ich habe Blut geleckt und komme definitiv wieder, um 2020 an der Startlinie der 4 Trails in Imst zu stehen.

Sabine Hennemann

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